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Nichthundehalter

Neben und mit uns Menschen leben im Kanton Zürich etwa 55 000 Exemplare einer Spezies, zu der wir ein zwiespältiges Verhältnis haben: der Haushund, eine Unterart des Wolfes. Für Hundehalterinnen und -halter sowie für ihr familiäres Umfeld sind sie «die allerbesten Freunde». Wer keinen Hund besitzt, sieht das oft etwas anders: den Hund als Belästigung oder gar als «bedrohliches Wesen». Grund dafür ist die mangelnde Kenntnis der Eigenarten des vierbeinigen Gegenübers. Dies führt zu falschem Verhalten bei Begegnungen, wodurch heikle Situationen entstehen. Besonders wenn Kinder dabei sind. 
Das Wesen des Hundes lässt sich aus seiner Entwicklung ableiten. Deshalb erzählt der nachfolgende Text, wie und warum der Hund so geworden ist, wie er ist – als Beitrag für ein harmonisches Zusammenleben von Hund und Mensch.

​Wolfsrudel und Urmenschenhorden

In der Urzeit der Menschheit waren sie Konkurrenten, die beiden Spezies Hund und Mensch: damals, als sie Bären, Hirsche, Auerochsen jagten. Anderseits hatten sie – neben ihrer Vorliebe für fleischliche Nahrung – noch etwas gemeinsam: ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Wölfe lebten in Rudeln mit klaren Hierarchien, unsere Urahnen in Horden und Stämmen. Eine funktionierende Gruppe war für beide Spezies eine Überlebensfrage. 
Doch die Zeiten änderten sich. Ein entwicklungsgeschichtlicher Wandel fand statt: Im Verlauf der Jungsteinzeit wurden aus den mobilen Jägern und Sammlern allmählich sesshafte Ackerbauern und Viehzüchter. Und die Wölfe?

Die Abtrünnigen des Wolfsrudels

Neuere Forschungsresultate stützen die These, dass Wölfe nicht, wie bisher angenommen, von Menschen domestiziert wurden, sondern sich quasi selbst domestizierten. Umherstreifende Wölfe entdeckten in den neu entstehenden menschlichen Siedlungen eine bisher unbekannte Nahrungsquelle: essbare Abfälle. Ihre Reaktionen darauf waren unterschiedlich. Vom Wesen her eher scheue Wölfe trauten sich nicht heran. Davon profitierten ihre zutraulicheren Artgenossen.

Die Domestizierung

Damit begann eine folgenreiche Entwicklung: Scheue und zutraulichere Wölfe trennten sich im Laufe der Zeit voneinander und gingen verschiedene Wege. Die zutraulicheren Wölfe schlossen sich den Menschen an und entwickelten sich allmählich zu deren treuesten Weggefährten. Das sind sie, als unsere älteste Haustierart, bis heute geblieben.