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Die Geschichte des Haushundes

Neben und mit uns Menschen leben im Kanton Zürich etwa 55 000 Exemplare einer Spezies, zu der wir ein zwiespältiges Verhältnis haben: der Haushund, eine Unterart des Wolfes. Für Hundehalterinnen und -halter sowie für ihr familiäres Umfeld sind sie «die allerbesten Freunde».

Wer keinen Hund besitzt, sieht das oft etwas anders. Der Hund kann als Belästigung oder gar als «bedrohliches Wesen» empfunden werden. Grund dafür ist oft die mangelnde Kenntnis der Eigenarten des vierbeinigen Gegenübers. Dies kann zu falschem Verhalten bei Begegnungen führen, wodurch dann heikle Situationen entstehen. Besonders wenn Kinder in die Begegnungen mit Hunden involviert sind.

Das Wesen des Hundes lässt sich aus seiner Entwicklung ableiten. Der nachfolgende Text erzählt, wie und warum der Hund so geworden ist, wie er ist. Das Verständnis ist ein wichtiger Beitrag für ein harmonisches Zusammenleben von Hund und Mensch.

Wolfsrudel und Urmenschenhorden

Wolfsrudel
Wolfsrudel. Foto: AB Photography.

In der Urzeit der Menschheit waren sie Konkurrenten, die beiden Spezies Hund und Mensch. Damals haben beide Bären, Hirsche, Auerochsen gejagt. Anderseits hatten sie – neben ihrer Vorliebe für fleischliche Nahrung – auch etwas gemeinsam: ein ausgeprägtes Sozialverhalten.

Wölfe lebten in Rudeln mit klaren Hierarchien. Unsere Urahnen lebten in Horden und Stämmen mit klarer Aufgabenteilung. Eine funktionierende Gruppe war für beide Spezies eine Überlebensfrage.

Doch die Zeiten änderten sich. Ein entwicklungsgeschichtlicher Wandel fand statt. Im Verlauf der Jungsteinzeit wurden aus den mobilen Jägern und Sammlern allmählich sesshafte Ackerbauern und Viehzüchter. Und die Wölfe?

Die Abtrünnigen des Wolfsrudels

Wolf
Wolf. Foto: Burkhard Kuhl

Neuere Forschungsresultate stützen die These, dass Wölfe nicht, wie bisher angenommen, von Menschen domestiziert wurden, sondern dass sie sich quasi selbst domestiziert haben. Umherstreifende Wölfe entdeckten in den neu entstehenden, menschlichen Siedlungen eine bisher unbekannte Nahrungsquelle: essbare Abfälle.

Ihre Reaktionen darauf waren unterschiedlich. Die vom Wesen her eher scheue Wölfe trauten sich nicht an die menschlichen Siedlungen heran. Ganz anders ihre zutraulicheren Artgenossen, die sich quasi selbst domestizierten.

Der Wolf domestiziert sich

Tschechoslowakischer Wolfshund
Tschechoslowakischer Wolfshund. Foto: Ekaterina Gorokhova

Damit begann eine folgenreiche Entwicklung: Scheue und zutraulichere Wölfe trennten sich im Laufe der Zeit voneinander und gingen verschiedene Wege. Die zutraulicheren Wölfe schlossen sich den Menschen an und entwickelten sich allmählich zu deren treuesten Weggefährten. Das sind sie, als unsere älteste Haustierart, bis heute geblieben.